Mittwoch, 8. Oktober 2008

5. Tag, 7.10.08, Husavik



Heute stand nochmal eine Fahrt mit dem Bus auf dem Plan, diesmal aber nicht so lange. Die Fahrt nach Husavik dauert, planmässig, eine Stunde und 15 Minuten. Schon der Anblick unseres "Busses", ein 9 SItzer mit Anhänger für Fracht und Gepäck, brachte die Kinder wieder zum Staunen. Als sie dann noch bemerkten, dass wir die einzigen Fahrgäste waren, die in Akureyri eingestiegen sind, konnten sie es gar nicht mehr glauben. Wir fuhren dann die 90 Kilometer durch ohne auch nur einmal zu halten. Leider war das Wetter nicht wie gewünscht, es regnete bis auf kurze Unterbrechungen fast durchgehend und auch in Husavik weinte der Himmel. Jetzt war Flexibilität gefragt. Unsere erste Station war eine kleine Bäckerei in der wir ein zweites Frühstück mit ausgezeichneten Backwaren einnahmen. Danach versuchten wir unser Glück beim Walmuseum, das eigentlich im Winter geschlossen ist aber heute geöffnet hatte. Da die Kinder in Akureyri bei der Touristinformation erfahren hatten, dass es sich bei dem Tier vor der Stadt um einen Entenwal handelt, waren sie natürlich ganz wild darauf etwas mehr über dieses Wesen zu erfahren. Im inneren des Museums war das Interesse dann, vor allem durch die vielen Originalskelette, sofort geweckt und wir fanden den Entenwal auch. Die Zeit verging wie im Flug und der Regen war bald vergessen und vollkommen nebensächlich. Nachdem wir uns alles angesehen hatten und alle Fragen zum Thema Wal für heute beantwortet waren gingen wir voll mit vielem neuen Wissen über diese Tiere in Richtung Ausgang, wo natürlich der Souvenirshop angepeilt wurde. Jetzt ging für die Kinder natürlich die Sucherei wieder los. Was sieht unheimlich toll aus und kostet unheimlich wenig meines Taschengeldes? Die Entscheidung fiel erst, als die Möglichkeit einer Waladoption bekannt wurde. Da dies allerdings nicht ganz billig ist, hatten wir die Idee, dass wir auf Souvenirs verzichten und dafür einen Wal adoptieren. Wir haben uns dann für einen Minkwal entschieden, der jetzt zwei tanten und zwei Onkel hat. Zu dieser Adoption gehört natürlich ein Bild des "Kindes" sowie ein entsprechendes Zertifikat. Der Betrag der für die Adoption bezahlt werden muss kommt natürlich dem Walmuseum zugute. Nun gab es allerdings ein neues Problem, das ebenso zeitaufwendig war, wie die Suche nach dem passenden Souvenir: Wie soll das Kind den heissen? Keinem fiel ein passender Name ein. Beate hatte dann die Idee, dass man aus den ersten beiden Buchstaben unserer Vornamen einen Walnamen bastenl könnte. Wenn man allerdings von sechs Buchstaben drei mal das e hat, wird dies auch wieder problematisch. Desirée hatte dann die Idee, den Wal nach unseren Hunden zu benennen, so wurde dann aus Sammy und Bobby der "Sambo". Der schwimmt jetzt also irgend wo um Island im Nordatlantik herum und wartet auf seine Taufe.

Wir hatten uns zwischenzeitlich mit der Mitarbeiterin des Museums unterhalten, die aus Stuttgart stammt und deshalb natürlich deutsch spricht. Sie hat uns dann auch ein telefonat mit dem Besitzer des Penismuseums geführt und einen Termin vereinbart. So konnten wir 15 Minuten später zwei Häuser weiter wandern und uns eine der wohl ungewöhnlichsten Sammlung der Welt ansehen. So haben wir den total verregneten Tag in Husavik trocken und sehr lehrreich verbracht und konnten unseren Besuch dort in der Tankstelle bei einem kleinen Imbiss abschliessen. Zu guter letzt kam unser Bus dann auch noch überpünktlich, diesmal ohne Anhänger, und brachte uns, wieder ohne Zwischenhalt, nach Akureyri zurück. Dort hatte sich das Wetter sehr zum Positiven verändert.
Jetzt waren wir alle sehr gespannt auf das Weihnachtshaus, von dem wir morgens erfahren haben. Nach einem Blick in den Stadtplan mussten wir aber feststellen, dass dieses Haus 10 km ausserhalb der Stadt liegt und zu einem solchen Marsch hatte heute abend keiner mehr Lust, deshalb entschieden wir uns ein Taxi zu nehmen. Beim Weihnachtshaus angekommen, dachten wir zuerst wir wären falsch, denn nach der Beschreibung im Prospekt hatten wir ein mindestens zwei mal so grosses Gebäude erwartet. In Anbetracht der Grösse des Hauses kam die Frage des Taxifahrers, ob er warten solle, sehr gelegen, leider lief die Uhr im Taxi schneller als wir im Weihnachtshaus und so entwickelte sich dieser Besuch zum sehr kostspieligen Ausflug, der bereits nach einer Stunde wieder am Hotel endete.
Wir besuchten dann nochmal den Supermarkt und verbrachten den Rest des Abends mit der Durchsicht der tagsüber gemachten Bilder und dem Schreiben der Tagebücher.