Sonntag, 12. Oktober 2008

7. Tag, 9.10.08


Heute stand die grosse Myvatn Tour an. Das bedeutete wieder früh aufstehen und um 7:00 Uhr zum Frühstück. Die Badesachen und einige Kleinigkeiten zum Essen und Trinken für unterwegs haben wir natürlich auch eingepackt. Kurz nach 8 Uhr waren wir an der Touristinformation und haben zugesehen, wie die Überlandbusse beladen werden und die Passagiere sich langsam einfanden um in alle Richtungen der Insel zu fahren.

Als es schon nach halb neun war, dachten wir man hat uns vergessen und tatsächlich, so war es auch. Der örtliche Busunternehmer hatte keine Nachricht bekommen, dass vier Touristen die Myvatn Tour gebucht haben. Für die Isländer war das allerdings kein Problem. Die Mitarbeiterin der Touristinfo, übrigens eine Deutsche, hat kurz telefoniert und einen Fahrer organisiert. Es dauerte nicht lange und Siggi kam mit Siggi an. Doch, stimmt es kamen zwei Siggis, einer hat uns gefahren und der andere alles erklärt. Siggi der Guide sprach sogar deutsch und so konnten auch die Kinder alles verstehen, er kam übrigens erst drei Tage vorher aus einem Urlaub aus Kanada zurück. Nun ging es also los. Als Siggi erfuhr, dass wir diese Tour ohne die Kinder schon einmal gemacht haben, machte er sich Gedanken darüber, welche neuen Orte rund um den Myvatn er uns noch zeigen konnte, da wir nur zu viert waren, konnte er mehrere Punkte anfahren als üblich, da das Ein- und Aussteigen natürlich nicht so lange dauert, als wenn der Bus mit 40 oder noch mehr Passagieren besetzt ist. Man merkte ihm richtig an, dass ihm seine Arbeit sehr viel Spass macht und es ihm deshalb auch nichts ausmachte, dass er morgens von Frühstück weggerufen wurde um vier Touristen durch die Gegend zu fahren anstatt, wie geplant, in seinen Pferdeställen zu arbeiten.

Der erste Stopp war auf der anderen Seite des Eyjafjords von dem wir jetzt wissen, dass es mit 65 km der längste in Island ist und er eine Breite von bis zu 25 km hat. Von diesem Aussichtspunkt konnte man die ganze Stadt überblicken. Im Moment sah das Wetter zwar nicht so optimal aus aber der Regen war nicht allzu schlimm. Dann ging es begleitet mit vielen Informationen über die Gegend und vor allem über die Arbeit der Bauern und Viehzüchter hier in der Gegend weiter bis zum Godafoss. der Götterfall spielte eine grosse Rolle bei der Konvertierung des Landes zum Christentum eine Rolle. In der Nähe des Falles hatte ein Mann seinen Hof, der zu dieser Zeit auch der Gestzessprecher in der Versammlung auf dem Alting war. Dieser einzelne Mann hatte nun die Aufgabe zu entscheiden ob Island zum Christentum wechselt oder nicht. Nach 24 Stunden unter einem Schaffell war die Entscheidung getroffen und seine Rede vor dem Alting brachte dem land eine sehr grosse Veränderung, da er sagte, dass in einem so kleinen Land mit so wenigen Einwohnern eigentlich jeder nur an einen Gott glauben sollte. Diese Entscheidung wurde sofort in entsprechende Gesetze gefasst und war damit auch ab sofort gültig. Alte Bräuche bzw. Traditionen wir das Essen von Pferdefleisch und das Aussetzen von Kindern wurde von den Gesetzen verschont. Um nun seine Entscheidung zu bekräftigen und den Isländern zu zeigen, dass er selbst dazu steht, ritt er nach Hause und holte seine Hochsitzstangen, die wie üblich mit allen möglichen Götterbildern verziert waren, und warf sie in den Fluss. Diese Stangen fielen etwas weiter dann in diesen Wasserfall, der seit da der Götterfall genannt wird.

Weitere Stationen waren Dimmuborgir, die "schwarzen Schlösser", ein grossen Gebiet mit zum Teil bizarren Lavaformationen in denen man, mit etwas Phantasie, alle möglichen Figuren erkannen kann. Viele gehen hier hin und suchen die versteinerten Trolle.

Skutustadagigar mit den weltweit meisten Pseudokratern auf einer solch kleinen Fläche war unser Ziel für die Mittagspause. Hier haben wir im Hotel Myvatn die delikaten geräucherten Forellen gegessen und uns die hausgemachte Suppe schmecken lassen. Die Räucherei war eines der Ziele, die wir uns ausserhalb der normalen Stopps ansehen konnten, sehr interessant (und schmackhaft).

Am Krater des Vilkans Viti (die Hölle) hat Siggi, der Fahrer plötzlich angefangen mit Schneebällen nach den Kindern zu werfen. Das kam denen natürlich gerade recht, in kürzester Zeit entwickelte sich eine regelrechte Schneeballschlacht.

Den rieigen Vulkan Hverfjall mit seinem 140 Meter tiefen Krater und dem Kraterrand, der einen Umfang von tausend Metern hat , sahen wir uns auf dem Heimweg in Richtung Akureyri an, da es dort einen Punkt gibt, der etwas erhöht liegt und bei gutem Wetter einen Blick in die Krateröffnung erlaubt.

Selbstverständlich haben wir vorher noch den Vulkan Krafla gesehen und das gleichnamige Geothermiekraftwerk, wir konnten soga direkt an ein Bohrloch fahren und uns die Apparatur, die den Druck des Dampfes regelt etwas genauer betrachten. Bei uns sicher undenkbar, denn in Deutschland sind die Bauarbeiten an den Umzäunungen und Mauern um solche Anlagen meist aufwändiger als der Bau des eigentlichen Kraftwerkes.
Nicht vergessen zu erwähnen wollen wir das Hochtemperaturgebiet mit seinen vielen blubbernden Schlammquellen Hverir vid Námafjall, wo wir uns die Schuhe ganz schön versaut haben. Es war fast peinlich wieder in den Bus zu steigen und anschliessend die blitzsaubere Halle der Myvatn Lagunge zu betreten. In diesem Äquvivalent zur Blue Lagoon im Süden konnten wir uns eine Stunde entspannen, der Hammer dabei war, dass wir die ganze Lagune nur für uns hatten. Als Siggi, zurück in Akureyri, fragte wo er uns absetzen soll und sagte, dass wir uns das aussuchen könnten, kam Sebastian natürlich die Idee, dass er uns an der Lagune absetzen könnte, um nochmal schwimmen zu gehen. Dies ging natürlich (leider) nicht und so schlichen wir uns mit den dreckigen Schuhen ins Hotel und beschlossen den Abend mit einem weiteren Besuch des Restaurants Bautinn, das wir ohne Einschränkung empfehlen können.

Nach einem wahnsinnig interessanten und lehrreichen Tag fielen wir dann müde ins Bett.

Wir bedanken uns hier nochmals bei Siggi und Siggi für einen spannenden Ausflug und eine tolle Stimmung unterwegs.